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Blutzuckerumrechner für mmol/l und mg/dl inkl. HbA1c (geschätzt)

HbA1c mg/dl mmol/l
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Denkwürdige Geschichte

Alles, was mit Kindergarten und Schule im Zusammenhang steht.

Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon Herr_Koch » Do 26. Jan 2012, 22:50

Klingt echt gut, was du über die ehemalige Lehrerin schreibst, Sonnenblume. So stell ichs mir vor. Dieses Interesse sollte bei Lehrern doch vorhanden sein. Toll, wie sie das gemacht hat. Schade, dass die jetzige Lehrerin das nicht so sieht. Aber wenn ers schon gut allein managt, ists ja nicht so tragisch.
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon hut » Fr 27. Jan 2012, 01:01

wie würde so ein fall vor gericht ausschauen? die lehrer kindergärtner sagen sie schauen, informieren sich und schauen auch. dann auf einmal passiert etwas und die eltern schieben den lehrer kindergärtner/in die schuld zu. wären die von gesetzt her dann haftbar schuld, mitschuldig?
Nach Schweizer Recht würde sich die Frage der Aufsichtspflicht stellen. Es müsste geklärt werden, ob die Lehrperson ihre Aufsichtspflicht gegebenenfalls verletzt hat. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht würde dann vorliegen, wenn die Lehrperson über den Diabetes orientiert wäre, diesem aber in keiner Weise die für einen Laien vorauszusetzenden Weise Beachtunge schenkte.
In den USA könnte dies ein riesen Fall werden, in deer Schweiz sind die Messlatten um eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht nachzuweisen, sehr hoch.
Gegebenenfalls könnte auch der Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung zur Abklärung kommen, dies aber nur dann, wenn die Situation des Betroffenen offensichtlich dramarisch war und eine Hilfeleistung unterlassen wurde.
Meines Erachtens riskieren Lehrpersonen von diabetesbetroffenen Kindern in unseren Breitegraden keine Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Diabetes.
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon diabetix » Fr 27. Jan 2012, 09:00

Ich habe davon auch noch nie gehört. Die Informationspflicht liegt eindeutig bei den Eltern und das bringt mindestens eine moralische Verpflichtung für die Lehrkraft, sich der Sache anzunehmen. Bei schulischen Aktivitäten, die ausserhalb des normalen Tagesstundenplanes stattfinden, spreche ich die Klassen auch darauf an.
Aber man soll die betroffenen Kinder nicht vor den anderen stigmatisieren. Für die Lehrkraft ist das oft eine Gratwandderung.
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon sonnenblume » Fr 27. Jan 2012, 09:20

Es käme mir als Mutter nie in den Sinn, der Lehrerin die Schuld zu geben wenn etwas passiert im Zusammenhang mit dem Diabetes. Die Verantwortung ist und bleibt einzig bei den Eltern! Ich muss ja einfach froh sein, wenn von Seiten der Schule ein gewisses Interesse vorhanden ist und der Lehrer bereit ist, nach seinem Ermessen zu Handeln. Es gibt aber Grenzen. z.Bsp. Schulreise. Ist eh eine besondere Herausforderung für die Lehrer, ich war schon paarmal als Begleitperson dabei. Da kann ich dann nicht verlangen, dass sich der Lehrer auch noch darum kümmert ob mein Kind spritzt oder isst. Da ist für mich ganz klar, dass ich mitgehe. Ich kann ja das Geschehen aus etwas Distanz betrachten, kann aber nötigenfalls einschreiten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Lehrer immer sehr froh sind wenn ich mitgehe. Sie brauchen ja eh eine Begleitperson und natürlich kümmere ich mich dann um alle Kinder.
Ich wünsche mir, dass die Eltern - egal ob von diabetischen Kindern oder von gesunden - nicht immer die Verantwortung abgeben wollen. Das passiert heutzutage leider immer mehr. Mir tun die Lehrer leid, die dann den Kopf hinhalten müssen wenn etwas passiert.
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon hut » Di 31. Jan 2012, 19:39

Ich bin in diesem Zusammenhang auf einen Artikel eines deutschen Juristen (und selbst auch Diabetiker) gestossen:

Wer misst und spritzt in Kindergarten und Schule?
http://diabetesprofi.diabetes-kids.de/f ... und-schule
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon sonnenblume » Di 31. Jan 2012, 21:05

Sehr guter Bericht, hut. Wieder mal vielen Dank!!
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon hut » So 1. Apr 2012, 10:44

In der eingangs beschriebenen denkwürdigen Geschichte kann nun definitiv Entwarnung gegeben werden: Das betroffene Kind bleibt definitiv in nseiner angestammten Regelklasse, eine Umteilung in eine Sonderklasse oder Sonderschule kommt auch Sicht des zuständigen Schulrates nicht in Frage. Gemäss meinem Informationsstand hat sich eine Schulrätin engagiert zum Wohle des Kindes eingesetzt. Ganz herzlichen Dank, auch wenn die betreffende Schulrätin hier nicht mitlesen wird.
Der Schulrat wurde offenbar darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich ein nationales Diabetesforum für die Sache interessiere und sich nötigenfalls für die Bedürfnisse des Kindes einsetzen werde.....
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon diabetix » So 1. Apr 2012, 11:37

Das finde ich gut! :D Ich habe des öfteren schon Kinder/Jugendliche mit Diabetes in meinen Klassen integriert gehabt. Es gab nie grosse Probleme, auch in Schulverlegungen und Klassenlagern nicht. Ein vorangehendes Absprechen zwischen Lehrkraft und Erziehungsberechtigten :mrgreen: hilftz ungemein.
Aber als selber Betroffener kann ich vielleicht gelassener mit dieser Situation umgehen. ;)
Ich hoffe aber sehr, dass die in diesem Fall beteiligte Lehrkraft auch Unterstützung von Behördenseite und Schulaufsicht erhält. Häufig fühlt man sich nämlich allein gelassen und muss im schlimmsten Fall noch den Kopf für alles und jedes hinhalten. Diese (Ueber)vorsicht hat vielleicht zum Ausbruch dieser Geschichte geführt.
Aber jetzt geht es wohl für alle Beteiligten in gutem Sinne weiter! :D
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon hut » So 1. Apr 2012, 12:09

Ein vorangehendes Absprechen zwischen Lehrkraft und Erziehungsberechtigten hilft ungemein.
Gerade dise Absprache hat die Lherkraft den Eltern verweigert, da sie davon ausging, ein diabetesbetroffenes Kind könne ohnehin nicht in einer Regelklasse beschult werden.

Ich hoffe aber sehr, dass die in diesem Fall beteiligte Lehrkraft auch Unterstützung von Behördenseite und Schulaufsicht erhält
Seit Beginn der Problematik wird die Lehrkraft (oder vielleicht eher das Kind) durch eine schulische Heilpädagogin intensiv unterstützt, obwohl keinerlei Beeinträchtung des Lesitungsvermögens des Kindes und auch keine Verhaltensauffälligkeiten bestehen.

Die Klasse des betroffenen Kindes wird ab dem neuem Schuljahr durch eine andere Lehrkraft unterrichtet.
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Re: Denkwürdige Geschichte

Beitragvon Herr_Koch » So 1. Apr 2012, 23:02

Integration find ich sehr wichtig. Egal, welche Beeinträchtigung ein Kind mit sich trägt. Wenns nun eine derart simple Saxhe wie Diabetes ist, freuts mich umso mehr, (und erschreckt mich, dass es überhaupt ein Thema sein kann), wenns nun gut ausgegangen ist.
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