BZ-Rechner

Blutzuckerumrechner für mmol/l und mg/dl inkl. HbA1c (geschätzt)

HbA1c mg/dl mmol/l
Der angebene HbA1c ist nur ein Näherungswert. Er ersetzt nicht den vom Arzt gemessenen HbA1c, und darf nicht für Therapiezwecke verwendet werden.

Symptome einer Hypoglykämie?!?

Erzähle uns Deine Erlebnisse, Wie gehst Du mit deinem Diabetes um. Mein Kind, Partner, jemand aus meiner Familie, Bekanntenkreis hat Diabetes. Was nun?

Symptome einer Hypoglykämie?!?

Beitragvon Überläufer » Mo 17. Jun 2019, 14:25

Servus Liebes Forum

Vorsicht, dieser Beitrag könnte möglicherweise triggern.

Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder ☺ Ich bin m21 und seit 1 jährig Diabetiker. In der Pubertät hatte ich, wie wahrscheinlich die meisten von euch, meine Krisen bei denen ich meinen Blutzucker vernachlässigt habe (kurzfristiger HbA1c bis zu 9mmol).
In dieser Phase hatte ich vereinzelte Unterzuckerungen nach Alkoholkonsum, bei denen ich nicht selbstständig wach geworden wäre (komatöse Unterzuckerungen) und einige mal solche, bei denen ich das Bewusstsein verloren habe, aber wieder selbstständig zu mir gekommen bin (auch ohne Einfluss von Alkohol).

Im Rahmen eine Arbeit im Studium habe ich mich mit dem Thema „Insulinschocktherapie“ auseinander gesetzt. Auf der Website von Doccheck Flexikon ist eine kompakte Beschreibung dazu (https://flexikon.doccheck.com/de/Insulinschocktherapie). Darin ist beschrieben, dass die Anwendung mehrerer Insulinschockterapien möglicherweise zu einem Gedächtnissverlust oder irreversiblen geistigen Schädigung führen kann.


Wieso die ganze Einleitung?
Ich bin jetzt schon länger gut eingestellt (HbA1c auf 6,5mmol).
Meine Stimmung schwankt jedoch seit ca. einem halben Jahr ziemlich massiv. Entweder kann mich unglaublich schlecht konzentrieren und erinnere mich an viele Dinge nicht mehr (an den Vortag, der Kindheit und dem Studiumalltag) oder ich bin hellwach und habe so viele Gefühle, dass ich sie kaum regulieren kann. Wenn ich mich wach fühle kann ich mich sehr gut erinnern und neige sehr zu Emotionalitäten.
Der Großteil meiner Zeit fühlt sich an wie mit einer Scheibe vor dem Kopf- wie wenn ich nach einer starken Unterzuckerung wieder zu mir komme und nichts fühle.
Es hängt aber nicht immer mit dem Blutzucker zusammen!

Mein Gefühl sagt mir nicht, dass bei mir eine geistige Schädigung vorliegt. Aber ich fühle mich konstant entfremdet von der Welt und bin mir nicht sicher, ob Diabetesbedingt oder eventl. psychologisch.

Was sind eure Erfahrung, können Unterzuckerungen das Gedächtnis beeinflussen?
Kennt jemand „meine“ Symptome bei seinem Diabetes?
Kommt euch etwas „meiner Wahrnehmungen“ bekannt vor?
Gibt es Erfahrungen dazu?

Ich freue mich auf jeden Kommentar und DANKE fürs Lesen ☺
Überläufer
 
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Re: Symptome einer Hypoglykämie?!?

Beitragvon hut » Mo 17. Jun 2019, 15:35

Vereinzelte Unterzuckerungen können keinesfalls mit der "Insulinschocktherapie" verglichen werden.

In Ermangelung geeigneter antipsychotisch wirkenden Medikamenten wurde die "Insulinschocktherapie" bei Patienten mit schweren Psychosen (Schizophrenie, Katatonie etc.) angewandt.
Mit der "Insulinschocktherapie" wurde die Patienten oftmals während mehreren Wochen in ein hypoglykämisches Koma gebracht, also kein Vergleich zu vereinzelten Unterzuckerungen.
Bei den behandelten Patienten lagen schwere psychiatrische Erkrankungen vor, welche oft zu dramatischen Persönlichkeitsveränderungen führten. Es ist schwierig festzustellen, welche Symptome nach "Insulinschocktherapien" von den Hypoglykämien stammten und welche mit der Psychose in einem Zusammenhang standen.

Erwiesen ist, dass "Insulinschocktherapien" kaum zur erfolgreichen Behandlung von psychotischen Erkrankungen geeignet waren.


Meine persönlichen Erfahrungen:
Bei einem sehr tiefen Blutzuckerwert spüre ich eine Mattscheibe vor dem Kopf und bekomme nicht mehr alles richtig mit. Ist der BZ-Spiegel aber wieder normalisiert, verschwinden diese Symptome sofort.
Aber auch bei hohen Werten kann ich mich nicht konzentrieren, bei einer massiven hyperglykämischen Dekompensation vor vielen Jahren war mein Denkvermögen über mehrere Tage massiv eingeschränkt. Selbst realisierte ich das nicht, meine Arbeitskollegen stellten fest, dass ich völlig "neben den Schuhen" war und brachten mich nach Hause (sie wussten, dass ich Diabetiker bin), ein Arztbesuch zog eine notfallmässige Spitaleinweisung mit einem fast dreiwöchigen Spitalaufenthalt nach sich. Es lohnt sich also in keiner Weise, den Diabetes "schlittern" zu lassen!
Wer einen Tippfehler findet, darf ihn behalten, ich besitze noch einen genügenden Vorrat davon!
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